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Leh

Beim Ankommen nachts um Leh herum bin ich irritert, gute, breite Strassen und Beleuchtung...wo bin ich ? Dies ist wohl dem Militaer hier geschuldet und spaeter stellt sich herraus, auch und gerade hier gibts die obligaten (abendlichen) Stromausfaelle. Die vielen stinkenden und brummenden Dieselgeneratoren nerven zuweilen. Der netteste Guide am Busbahnhof bringt uns tatsaechlich zu einem guten Guesthaus ohne dass wir Aufpreis zahlen muessen. Leh ist kleiner als erwartet, weniger
touristisch, an (fast) jeder Stassenecke gibts mannshohe Gebetsmuehlen. Tiebetische und indische Bergkultur vermischen sich sehr, man versteht einige Worte Tibetisch aber spricht meist etwas anderes, so erfahre ich. Nebenbei, die Strassenarbeiter kommen fast ausschliesslich aus dem bettelarmen Birhar (ein Knochenjob auf bis ueber 5000 Metern mit arbeitsplatznaher Unterbringung, von "Schutzbedingungen" beim Teerbau ganz zu schweigen, gern auch mal mit Socken und Sandalen) die Schuhputzer kommen aus Rajastan und der Gastrosektor ist nepalidominiert, Kasteneinteilung etwas anders ?

Das angeblich ruhigere Vordorf Changspa ist allerdings eine einzige Ansammlung von Guesthaeusern, Travellern, Restaurants und (Trecking)agenturen. In Leh hats aber auch zum ersten Mal schoene Cafes. Besonders das versteckte "My secret recipe Bakery" mit meinem Favoriten, der herzformigen Zitronen-melonen-Torte hat es mir angetan... Mal was anderes, als das uebliche "german" (meist nepalesich) Backerygebaeck.

Die muslimische Minderheit hier ist durch zwei Moscheen (schiitisch und sunitisch) akustisch sehr praesent zumal die Muezzin (Gebetsrufer) weit zu hoeren sind und einer auch um 2.30 morgens (!) ruft. Bis auf zweimal verschlafe ich das aber einfach. Gleichzeitig treffen wir einige Europaer, die auf dem Landwege nach Indien gekommen sind, durch Iran und Pakistan. Unisono strahlen sie vor Begeisterung, von der Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit dort. Von Gefahren oder Anfeindungen weiss keiner zu berichten obwohl sie damit gerechnet haben. Selbst alleinreisende bzw. radelnde Frauen hatten wohl keine Probleme. Unglaublich aber wahr, wer mit dem eigenen Fahrzeug kommt, kriegt zur Zeit kein Benzin im Iran. Die Route reizt mich ziemlich... Voellig von den Socken bin ich, wenn ich Fahradfahrer hier oben treffe, denn die Strassen hier sind wirklich nicht lustig zum Radfahren, an schone Abfahrten, das einzige, was mich reizen wuerde, ist hier gar nicht zu denken. Ein Paar aus England ist seit zwei Jahren unterwegs, sie wollen noch nach China / Tibet.

Nach Lust und Laune lassen sich hier ziemlich viele Nationalitaeten treffen. Auch eine Gruppe von in Singapur studierenden Indern mit echt gutem Englisch... Die Saison beginnt erst langsam, taeglich oeffenen neue Laeden.

Rafting die 2te. Diesmal mit 2 Booten, Nieselregen und dafuer bester, waermender Ausruestung, was aber nicht ausreichte. Unser Boot wird von einem etwas Panik machendem, leicht militaerisch auftretenden Nepalesen gefuehrt. Prompt gehen ziemlich frueh 3 Mann ueber Bort, waehrend das andere Boot die Stromschnelle locker umschifft. Einer von den dreien bin uebrigens ich, eine durchaus ueberraschende und spannende Erfahrung, nicht wirklich gefaehrlich, weil auch noch drei
"Rettungskajaks'' dabei sind und ich schwimmen kann. Leider friere ich den Rest der 3 Stunden ziemlich, trotzdem sehen andere blauer aus und ich kriege KEINE Erkaeltung, rechte atmen hilft ! Zum Ende machts fast schon wieder richtig Spass und es gibt warmes Essen am Fluss, der dann schon Indus heisst, vorher Zansgar.

8.7.07 19:31


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Tramper und fahrende Musikanten..

aber vorher erstmal aus der Hoehe ein Abstieg auf 2000 Metern nach Manali, genauer Vashisht. Am letzten (Rohtang)Pass wird lustig anzuschauen. An einem etwas 3 Fussballfelder grossem Schneefeld tummeln sich Hunderte von Indern, die (zum ersten Mal) Schnee ausprobieren wollen. In (an hunderten von Staenden auf dem Weg nach oben) entliehenen Schneeschuhen, -anzuegen und Pelzen, lassen sie sich posierend fotografieren, im Schlitten kurz schieben oder bei anderen volksfestartigen Aktivitaeten Spass haben. Etwas skuril anzuschauen. Auf dem Weg nach unten wirds europaeisch gruen und mir fast zu eng, sehr alpin incl Stau wie am Mont Blanc.

Im relaxten Vashisht mit heissen Quellen laest es sich prima aushalten, besonders wer ab und zu mal was rauchen oder trinken will, ist hier am rechten Platz. Kleine und groessere Wanderungen in greun alpiner Umgebung warten auf den Touri. Jeder Tag scheint so voll und eindrucksvoll wie zwei bis drei. Mich zieht es wieder in die Hoehe und diesmal mit Begleitung der pferdestehlenden C. gehts nochmal ins Spitital. Leider sind die Ricksawwallas hier auch unzuverlaeesig, so dasss wir um 4 Uhr morgens trots Abmachung kein eines vorfinden, dass uns zum Busbahnhof bringt und auch sonst keiner auf der Strasse ist. So wandern wir nen guten Kilometer nach unten zur Hauptstrasse, wo wir es einfach mal mit Trampen versuchen anstatt uns spaeter dann in den uebervollen Bus zu quaelen --> Rueckbank :-(. Und siehe da: ES KLAPPT, zwei Inder fahren mit einem eigentlich nicht ganz gelaendegaengigen Kleinwagen genau dahin wo wir hin wollen ...unglaublich !

Von da gehts ueber Keylong nach Leh. Keylong ist wieder eine versteckte Perle mit wenigen Touris. Das Tal ist hier noch gruen aber schon wieder viiiiel weiter :-)).Wir finden ein Traumzimmer mit Traumblick und bleiben laenger als geplant, finden versteckte Wege zum Kloster durch ungefragtes Wegweisen, treffen einen dt. Trekkingveranstalter, eine ledige indische beruflich umherfahrende Zahnaerztin, eine glueckliche franzoesische Buddhistin und viele mehr, jeweils sehr spannende Begegnungen. Das jaehrliche buddhistisch-tibetische Maskentanzfestival einen Tag spaeter (Chaamfest)ist etwas langatmig, dafuer die Stimmung sehr ausgelassen, auch die Moenche schaekern und flirten. Abends und am naechsten Tag wird weiter gefeiert, Maenner und Frauen meist in Gruppen.

Die Weiterfahrt entwickelt sich erstmal nicht so fliessend, da unser Vertauensmann es im wahrsten Sinne des Wortes verpennt hat (Grund: siehe oben) 2 rahre tickets zu besorgen. Verlassen sollte man sich hier nie auf niemanden. Nun, ich schliesse abends schon mal mit dem Schaffner des Buses Freundschaft und komme trotz unwirschem "No ticket, don t know" am naechsten morgen um 4.30 zum Bus. Wir okupieren zwei leere Plaetze und halten Kontakt zu Schaffner und Ticketverkaufer. So gibts mit Glueck, Praesenz und Hartnaeckigkeit sogar zwei Plaetze im vorderen Teil :-), ohne eine Rupie Backschisch. 15 Stunden (+ zwei verspetung ganz hinten zu sitzen waeren sogar fuer mich zuviel).

Es folgt mal wieder eine Traumfahrt mit 1007 Brauntoenen, goettlichen Panoramen, noch mehr Weite und Schattenspielen und und ja irgendwie muss der Schaffner der mich einmal ganz galant aus der Tuer schiebt was geraucht haben. Jedenfalls passiert nach einer einstuendigen Brueckenreparaturpause (Fotos folgen) etwas Unerwartetes, initiert vom Kondukteur verwandelt sich der hintere Teil des Buses fuer etwa 2 Stunden und immer wieder in eine singende und tanzende Entertainmentbuehne (Video folgt). sowas gibts natuerlich nur im Lokalbus. Die beiden quarzenden Isralelis wollten mit den Voerfaellen nichts zu tun haben...aber wie war der ploetliche Stimmungswandel zu erklaeren ?! anyway mued, aber gluecklich erreichen wir um 22.30 Leh.

Nachtrag zum Sanglatal: Was mich hier besonders beeindruckt, grad im nachhinenin: Der Bus hier immerwieder im Nirgendwo haelt, um Leute mit mehr oder minder viel Gepaeck oder Reissaecken aus- bzw. einzuladen. Erst beim naheren hingucken zeigen sich steile Wege nach oben oder unten. Einige Haueser sind auf der anderen Seite des Tales in einigen Kilometern Entfernung zu erkennen. Unglaubliches Lauf- und Arbeitspensum fuer die hier Wohnenden.

Was noch: Neben israelischen Einzelreisenden auch Auswirkungen des israelischer Tsumanis (Gruppen von Israelis, die ganze Plaetze "uebernehmen".

Ich liebe mitlerweile indische Badezimmer. auch wenn die Duschwe nicht immer funktioniert, gibts da immer ein paar Eimerchen, mit denen man hervorragend rumpuetschern bzw. Waesche waschen kann.

Bin ich zur zeit nur per email errreichbar und sollte die mailbox mal voll sein, einfach ein paar Tage spaeter probieren.... Selbst fuer indische Handies gibts im Kaschmir und Jammu Staat kein Roaming, denn zwischen Pakistan und China (Tibet) fuerchtet man die fremde (gelbe) Gefahr und da ist jeder Fremde etwas verdaechtig.

5.7.07 16:07


Wunderbare Busfahrten und Taeler

Wie koennen 3 - 10 stuendige Fahrten mit indischen Lokalbussen ploetzlich wunderbar sein, selbst wenn Mensch ganz hinten sitzt und gelegentlich irgendwelche Koerper- oder sonstwieteil im Gesicht hat? Erstmal kann ich mit entsprechender Vorbereitung mehr den Autoscooter und Achterbahnspassfaktor sehen und zum anderen macht die Umgebung eine Menge aus.

Ein Hinweis: In der letztgen Woche habe ich mehr Fotos und Videoclips aufgenommen als in den 4 Monaten vorher, nicht zuletzt beim Busfahren. Leider werden die erst spaeter ins Netz gehen koennen.

Mit dem Bus ruckele ich also ins Kunnurtal und bin schier ueberwaeltigt.....Einmal von der Weite die sich auftut. Der Himalaya ist eben ein bischen groesser als die Alpen, so kommt mir alles 3 - 4 mal greosser vor. Allein das macht bei mir eine koerperlich spuerbare Oeffnung in der Brust, was stoert mich da die Enge im Bus. Dann die Vielfalt von Vegetation und kargen (Stein)wuesten.

Die Strasse fuert mal auf Bach/Flusshoehe mal 800 - 1000 Meter darueber. Naja und die "Strasse" ist manchmal nur eine Piste, eigentlich schwer vorstellbar, dass die auch fuer LKW's und Busse gemacht ist. Dazu oft atemberaubend an den Berg- mal Geroell-, mal Felsenraendern gebaut und abenteuerlich Instandgehalten. besonders die Strasse ins Sanglatal duerfte jeden Tag anders aussehen und schwer vorstellbar, wie sie es schaffen die Strasse waehrend des Monsuns irgendwie offen zu halten.

Die LKW und Busfahrer dazu echte Kuenstler. Ich habe mich hier nicht einmal unwohl gefuehlt. Und wenn ich einmal schreib 5 cm Platz sind immer, so sind mein Bus und ein LKW zwischen Berg und Abhang mit weniger als einem Zentimeter Abstand OHNE SCHRAMME vorbeigekommen (Beweisfoto folgt). Aber solch enge Manoever sind denn doch zum Glueck selten, einer fahrt mesit zuegig zu naechsten Ausweichstelle zurueck.

Dazu die menschen: Im ersten Teil des Tales wuerde ich am liebsten jeden Zweiten fotografieren, so schoen, so charktervoll scheinen sie, meist mit typischer Filzmuetze.

Im Kinnur und Sanglatal mischen sich Hinduismus und Buddismus. Z. T. sind die Tempel auf dem gleichen Gelaende und auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen. Oft Gelb, aber eben fuer beide Religionen. Besonders die Hinduistischen Holztempel mit eher buddistischen Fabelwesen sind mir unbekannt.

Tabo Geheimtipp


Eigentlich gibt es in dem kleinen Ort nur ein tibetisches Kloster und ein paar Gaestehaeuser. Keine Ablenkungen wie Telefon oder Internet. Es gibt zwar Satelitenverbinduingen, aber das ist wie frueher zu DDR Zeiten von Westberlin nach Westdeutschland: Staendiges Fingerwundtippen und alle 10 Minuten vielleicht eine (schlechte) Verbindung. Befreundete und andere Dienste scheinen mitzuhoeren.

Ein ruhiger Platz, die meisten Reisenden fahren durch, so trifft man nur ein paar Westler, aber die sind alle Interessant....Das Licht ist unbeschreiblich, der Blaue Himmel, ein Hauch von Tibet. Morgens und Abends sind nur die schneeberdeckten Gipfel sonnnenbeschienen. DFas Tal ist hier zum erstenmal gruen, dank der intensiven Landwirtschaft. Vor 1000 Jahren, als das Kloster gegrunedet wurde war hier definitv nichts als Wueste und ide Moenche wohnten in Hoehlen. Auf 3500 Metern brauche ich denn zum erstenmal meinen Pullover. Dafuer konnte ich auch zum erstenmal den wirklich unbeschreiblich klaren und hellen Sternenhimmel bestaunen. Der Herbergsvater schlaeft deswegen auch regelmaesig auf dem Dach.

Das Dorf liegt im Gebiet wo Auslaender eine besondere Genehmigung brauchen. Die zu bekommen war nicht schwer, aber mit einigem Warten verbunden, weil immer alles in einer Gruppe geschehn musste und der zuletzt unterzeichnende auch nicht immer verfuegbar ist. Die Prozedur in dessen Buero erinnerte mich an diverse Mafiafilme. Unser Sachbearbeiter fuehrt uns hoechst devot in das grosse Buero ganz oben, wo ein paar Freunde oder Bittsteller sitzen waehrend der Amtsleiter zigirauchernd unterschreibt....

Ich bleibe nur zwei Tage, aber wer laenger bleibt, dem offenbaren sich noch ein paar mehr Geheimnisse.

Kloster KI


Ist der eigentliche Tipp. Auf einem Felsen wie eine Burg oberhalb des Dorfes gelegen ein echter Ort der Stille, heimelig und etwas dunkel. Die Stimmung ist dafuer, sehr im Unterschied zu Tabo sehr heiter. Vielleicht liegt es auch nur daran dass ich mich zum ersten Mal an einer mannshohen Gebetsmuehle versuche. Selbst ein Esel springt verspielt mehre Meter mit unserem Jeep um die Wette, was die eher ruhigen Gesellen sonst nicht tun. Wer zur rechten Zeit kommt wird auch zum Mittag oder Tee eingeladen und die Moenche sind sehr bemueht die Tempelraeume zu zeigen und zu erklaeren. Schlafen kann Mensch hier auch..

Schon etwas ueberraschend im Kinnurtal auf 3000 Metern Apfelbaume zu sehen und im Spitital gibts sogar Sanddorn.... Die Weite und Vielfaeltigkeit der eigentlich kargen Landschaft fasziniert mich ungemein. Menschen die auf 4500 Metern leben, das hoechste Dorf hier liegt bei 4200 und sie gehen z. T. Kilometerweit zu ihren Feldern. Gut verpackt gegen Sonne und Wind. Es gab Momente, wo alles stoppte kein Gedanke, keine Dankbarkeit, Nichts, einfach Nichts.

19.6.07 15:22


Zug(fahrten) & Shimla

Bin in Indienlaesterlaune. Ich beschraenke mich aber auf Indische Zeitangaben: "Der Zug faehrt jetzt ein" -> kommt in 5 - 15 min.

5 min = min. 15 min.

10 = min 30min,

15min = min 60 min.

Gelegentlich wird ein Zug der "zur rechten Zeit" kommen soll innerhalb von 5 min als "undefiniert verspaetet angekunedigt", eine ganz boese Ansage, soll heissen, vergiss den Zug und such nach Alternativen.

Nun, meiner war nur eine gute Stunde spaet, leider hatte ich nur einen Wartelistenplatz und angeblich nix frei fuer mich. Wollte ich nicht schon immer alle Klassen ausprobieren? Also entere ich die "unreservierte 2. Klasse' eine echte Holzpritschenklasse, allerdings mit geschickter Gepaeckablageanordnung. Die Ablage ist naemlich seeehr geraeumig, passt fuer Mensch und Gepaeck ! Das ist auch noetig, denn normalerweise quilt diese Klasse wirklich ueber, wie eine uebervolle Streichholzschachtel. Ich hatte aber Glueck im Unglueck und die Anzahl der Passagiere entsprach so etwa denen der Sitzplaetze, sodass wir alle zusammen irgendwie und irgendwo ne Muetze Schlaf bekamen. Wobei es immer wieder faszinierend ist wie z. B. zwei Inder fast aufeinandersitzend schlafen koennen.Danach kam ich sogar produktiv zum Lesen, sitzt sich aber fuer meine alten Knochen doch schlecht, zu hart und nicht wirklich auf meine Groesse ausgelegt. Gegen Mittag, grade recht als es voller und heisser wird, wird meine Hartnaeckigkeit belohnt und ich krieg meine weiche Liege im Kuehlwagon. Der Superfasttrain soll statt 18 Stunden 16 brauchen, aber mit Verspaetung kommt s aufs gleiche raus. Die passieren glaub ich vor allem deshalb, weil Teilstrecken immer eingleisig sind. Und wenn Zug erstmal spaet ist, addiert sich die Wartezeit schnell...Um Fair zu bleiben ein grossteil der Zuege ist wirklich puenktlich(er) als die Deutsche Bahn.

Naechsten Tag gehts 10 Stunden per Bus weiter nach Shimla in Bergische. Der Bus wird so vollgestopft wie sonst die erwaehnte Holzklasse, sodass ich das Feeling auch noch mitkriege, zum Glueck mit Sitzplatz.Dauernd irgendeinen Hintern im Gesicht, das Kind, dass sich die 2 Plaetze neben mir mit den Eltern teilt, muss denn auch ml speien. Aber der Busfahrer faehrt o.K. hat Humor und faehrt noch zwischendrin den Betriebshof an um seinen Sitz richten und befestigen zu lassen. Besser isses !

Shimla ist wieder ein echter indischer Ferienort auf gut 2000m mit Wasserproblem (fliessend Wasser gibts nur zwischen 7 und 8 im Moment, das ist in manchem Slum auch so. O.k. das ist kein fairer Vergleich) dafuer ziemlich ueberteuerten Zimmerpreisen. Der Ort ist zwar auf und um einen Bergruecken gebaut, aber wenigstens gross genug im Gegensatz zu Mt. Abu. Hat noch vergilbten Englischen Charme, viel Tudorstylisch Bauten und die Indische Mittelklasse kann man hier prima beim Flanieren beobachten. Shimla ist aber nicht um sonst (Sommer)hauptstadt diverser Herrscher gewesen, wuerzige Bergluft, fantastische Aussichten, mildes Klima, es gibt sogar lecker lokalen naturtrueben Apfelsaft(was machen sie nur mit dem Zeug was sie auf den Bahnhoefen in Suedindien verkaufen, auch von hier???) und es riecht ein bischen nach zu Hause, Kirschen gibts auch.

Im Cecil, dem hiesigen Oberoi (Superluxushotel) esse ich den leckersten Bueffelmozzarellasalat seit Jahren - 1A Zutaten - und auch leckerst Indisch - von der Qualitaet nix Trinken, Zaehneputzen oder Kuessen danach, so lecker ists im Mund - derweil ich die Indische Oberschicht studieren kann. Was n Luxus !

Die Temperaturen statt um die 20 grad auch um die 30 und ich werde mich daemnaechst in etwas abgelegendere Taeler schlagen, wegen Grenznaehe zu Tibet auch mit Extragenehmigung. Bis Manali angeblich letzte Moeglchkeit Geld zu tauschen. Travellerschecks sind aber auch hier in der Bezirkshauptstadt (!) nirgens an den Mann zu bringen, gehe in Indien NIE davon aus dass die Dinge auch wirklich klappen. Zum Glueck gibts Geldautomaten. 

Auf zu den "schoensten Taelern und Doerfern" des Himalaya, weiss nicht, wann ich wieder zum Schreiben und Senden komme. Vom Hochladen der Bilder ganz zu schweigen. Wenn alles gut geht, bin ich in einer guten Woche in Manali, fuer die Kundigen und Nachguckenwollenden.

11.6.07 15:29


Varanasi

Das pralle Leben ! Pures Mittelalter ! Ein guter Platz zu Sterben ! Ein paar Schlagwoerter um den Wahrnehmungsoverkill zu beschreiben, der mich nach 4 Monaten Indien mal wieder ueberkommt. Dabei liege natuerlich auch daneben.

Nach einer 20 Stundenfahrt die nicht der Rede Wert ist, ausser, das die Bahnhof(svorplaetze) Massen- und Picknicklagern gleichen, was sich an den Ghats von Varanasi wiederholt. Mein Guesthouse mit Balkon zum Ghat erreiche ich irgendwie von der Strasse durch endlose Gassen mit Handwerkern und Haendlern aller Zunefte und Jahrunderten Kuhstaelle incl.

Hungrig ziehe ich am Ufer entlang in der Dunkelheit ueber Stock, Stein, Treppe, Rinnsaal und diverser (Rinder)kacke von Ghat zu Ghat. Das naechste gleich ein "burning Ghat", hier finden Verbrennungszereoninen statt, gerade lodern 5 Feuer und ein Ritual mit Gesaengen und Musik ist im vollen Gange. Schwer zu beschreiben, wirklich ein Ort von Leben und Sterben, nebenan Waschen sich noch Menschen, gleichzeitig eine tiefe Stille.

Erst spaeter bemerke ich dass es Stromausfall hat, von daher fuehle ich mich wirklich fast wie im Mittelalter und dachte erst das ist Absicht...

Die Temperaturen nachts geschmeidige 29 und tags peekige 42, hoert sich aber schlimmer an als es ist *gg Bloed ist schon, dass das Wasser aus Dusche und Hahn indifferent ist, genauer gesagt eine Temperatur von 36,2 - 37,6 C hat. Irgendwann finde ich immerhin heraus, dass einer der 7 Wasserhaehne mysterioeser Weise 33,8 C kuehles Wasser auspuckt, dass ich auch noch etwas ueber nacht abkuehlen lasse.

Nach 3 Tagen wirds aber doch nervig ich bin richtig durchgekocht und die indischen Marketing- und Verkaufsstrategien gehen mir doch gehoerig auf die Nerven. Besonders dann staendige Anmachen und Ausfragen zu 95% mit der Intention dass irgendwie gegen Dich zu gebrauchen. Ausgerechnet in Sarnath wo Buddha seine ersten Schueler gefunden hat, platzt mir denn der Kragen, als mal mir mal wieder ein schlecht englisch sprechender "Guide" (irgendein Cousin, des Bruders von....) mit viel Geschichten ueberteuert aufgedraengt wird.

Die Abendlichen Zeremonien am Ganges und die jetzt vor dem Monsun riesige Sandbank incl. der hingebungsvollen Pilger besaenftigen mich etwas. Aber der Besuch der Buddistischen Tempel und Kloester verschiedener Laender in Sarnath lassen die Sehnsucht z. B. nach Thailand und Co. wachwerden: sauber, glaenzenden, lecker, freundlich, das Land, die Tempel, das Essen, die Menschen. Am tiefsten beruehrt mich eine Begegnung mit einem (Tibetischen) Moench im Chinesischen Tempel.

Die letzte Nacht entfleuche ich in den geschuetzten Raum eines Mittelklassehotels mit Firstclassangebot, incl. Pool bevor ich mich nuin endgueltig Richtung Himalaya aufmache.

Auch das ist India: das Flugumbuchen braucht ne ganze Weile,
weil der zustaendige/kompetente Mann fuers Kreditkartenabbuchen gerade zur Bank ist, dafuer habe ich ne gute Stunde Spass und Conversation mit 2 Trainees, denen einige Dinge an Indien echt peinlich sind. Das Hauptproblem, da sind sich Hindu und Mulimin einig
waere in Indien, die Religion..... 

 

9.6.07 18:10


Rischikesch

Das ist hier durchaus ein realer Ort auch mit Schattenseiten: Permanent hupenden Jeeps, die tucktuck boys gehoeren zu den frechsten der Reise, die Spaetschicht der Bahnkartenverkaeufer ist eine vielfaeltige Lernaufgabe fuer mich *ZENSIERT, Dreck und Gestank, der normale indische Wahnsinn und es braucht eine Weile die "guten" stillen
Plaetze zu finden.

Mein Lieblingsplatz ist die Laxman Bruecke bei Nacht, leicht schwankend, wenn gerade der Mond hinterm Berg hervorkommt, eine frische Brise durch Tal und Haare weht und unten die Ganga lebt. Ansonsten viel Bilder, Jeepfahrer die mich umsonst mitnehmen, immer wieder umwerfende Farben, Laecheln, Kuehe die auch fuer Menschen gemachte Wasserhaehne nutzen, genau wissen welche Antihuffuesslergitter leicht zu ueberlisten sind, Treppen steigen und es  sich beim Satsang gemuetlich machen. Mulis arbeiten hier nur frueh am Tage.

Ernaehen tue ich mich vornehmlich von Luft und Liebe. Stimmt nicht ganz, trinke viel und fuehle mich fast wie ein Durchlauferhitzer. Lieblingsgetraenk neben Mangolassi kommt giftgruen daher, heisst Lemonana und ist Zitronensaft auf grenadierter Minze und kleingeschnittenen Eis, seeeehr erfrischend.

Anstatt in kuehler Witterung den Dalai Lama zu treffen und mit Israelis Party in Dharamsala zu machen, gibts einen 14 - 18 Stunden Abstecher gut gekuehlt in Bahnsardinenbuechse nach Varansi. Nee, da ist schon Platz im Wagen und im Gegensatz zum Sleeper Bus schlafe ich (besser) quer zur Fahrtrichtung.

Apropos Nationalitaeten, hier singt der westliche Touri/Pilgeranteil auf weit unter 5%. Der Loewenanteil eben Israelis. Ab April scheint Rischikesch in indischer Pilgerhand zu sein.

Ich verabschide mich ins fahrende Kuehlregal nach Varanasi.

4.6.07 15:46


Spot from Rischikesch

der heiligen (Yogahaupt)Stadt am Ganges. Was gibt es schoeneres als auf der heiligen Ganga zu raften (mit grossen Schlauchbooten auf Fluessen willde Stromschnellen ueberleben und bei jeder zweiten mindestens 3 Vollduschen zu kassieren). Ca 30 Km noerdlich auch ein guter Platz um vom Boot aus ein Bad zu nehmen, indien Style, in voller Klamotte + Schwimmweste und Helmchen, schwimmen und einfach treiben lassen.

Von der German Backery den ewigen Strom der Pilger auf der Fussgaengerbruecke aufnehmen und versinken. Leider allzuoft ein hupender Scooter zwischendrin und gelegentlich Kuh, Pferd oder Affe. Irgendein religioeser Gesang und Klang ist immer in der Luft.

Zum Sonnenuntergang die freudig friedliche Stimmung am Ghat geniessen. Ein brennendes Operschiffchen treiben lassen.  Weiter unten am weichen Sandstrand auf Felsen sitzend den Worten eines Lehrers lauschen (nix verstehen da Hindi), zeitgemaess elektrisch verstaerkt. Trotzdem hat es mit all den Turbanen und orientalischen Stoffen was von Bergpredigt.

31.5.07 17:17


Mt Abu, Jaipur & Tschuess

Mt. Abu war ein Flopp. Die Fahrt dahin zu 2/3 von 5,5 Stunden auf Sand/Ersatzpiste durch/um Riesenbaustelle fuer einen Highway. Wo mein Sitzplatz war, ist ja klar oder ?! Da wo man immer schoen gegen die Decke hopst aufsolchen Strecken. Zwischendurech gel. mal  ca. 500m fertig, aber nur einmal zum Befahren...

Der Ort liegt mit See landschaftlich ganz huebsch auf 1300 Metern, aber schon beim Weg hoch wird am stinkenden, dreckigen Bach klar, da simmt was nicht. Dieser Ort ist fuer mich zu......voll, klein, dreckig, viele Tretboote, indisch, viele Sippen, viel 'come from, whats ur name', starr etc. pp. Ausserdem sind die Hotels meiner Wahl alle voll. Der naechste Bus Richtung Wueste faehrt erst morgen frueh, also nehme ich nach einer Seeumrundung incl. Softeisverzehr (wenn schon, denn schon)den naechsten Nachtbus nach Jaipur, der Hauptstadt. Direkter zum Ganges, die Wueste muss warten. Das Leben ist zu kurz um an falschen Plaetzen zu naechtigen.

Jaipur ist ganz huebsch, nicht so dreckig, wie im Reisefuerher beschrieben. Die Geschaeftsleute ganz angenehm, sogar im Regierungskaufhaus gibts Preisnachlass. Ich besuche Tempel und das Zuckerbaeckerschloesschen. Welches sich als Lustschloss herausstellt. Wo der Herrscher u. a. seinen Konkurbinen erst "heimlich" beim Nacktbaden zuschaute, bevor sie dann im Rollstuhl zum abendlichen Vergnuegen nach oben gefahren wurden. Der schoneste und "energetischte' Platz ist der Sonnentempel, der staatlich verwaltet erstaunlicher weise etwas verwaist ist. Vielleicht weil Touris und Inder sich vom etwas tiefer liegenden Affentempel mit viel Getier ablenken laesst. Aber der Platz oben bietet vieeeellllll mehr incl. Blick auf das tierisdche Treiben etwas weiter unten.

Die "pinke" Altstadt hat auch was, neben den Palaesten. Vor allen Dingen lecker lecker Lassis und mein Guesthaus hat ein Swimmingpool. Als neuestes bringen mich die Koberer zu Ihrem Guru zum Horoskopen, Handlesen etc. Ich hab aber gar keine Fragen. Denn schaut er skeptisch meine Aura an und sagt mir leicht beaengstigende Dinge, waer aber kein Problem. O.k. guter Test fuer spaeter (heilige Staedte), muss ich nicht haben.

Meine Herberge hat einen Pool und des morgens gesellt sich neben den Tauben auch ein Pfau zu mir, fast wie zuhause.......also in dem einen oder anderen Ashram.

Was war noch: Der erste richtige Flirt 90 sekunden (oder waren es 30 *gruebel) mit einer Inderi, geht ja sonst gar nicht - von Rickshaw zu Rickshaw - Mamma hatte auch nix dagegen, mei, war lange nicht so flirrend weggetreten. Also nicht, das sonst nix passiert. Mein schwuler Rickshawwala mit Frau und Kindern fragte mich jedenfalls spaeter besorgt, ob alles o.k. waere. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Die "Wahrheit" von Baustellenschildern: Man (!) at work. drive slow. Die Einzahl stimmt, denn in der Regel arbeitet einer und 3-4 stehen/sitzen beratend dabei. Im Strassenbau gibt s aber einen hohen Anteil von Frauen. Die hingegen schleppen meist und dies gemeinschaftlich, die Pausen ebenso.

Zu guter letzt: die Fahrt im staatlichen "Platinum Line" Bus war echt gut, von der obligatorischen Reifenpanne mal ab, die ich aber fast verschlief. Und hinter Delhi gabs die erste richtig gute Raststaette, mit schoener Anlage, Lecker Esssen und wirklich geilen Toiletten, jedenfalls fuer Indien, sauber, fast duftend, hell, ein Traum wird war.

30.5.07 16:33


Udaipur

A bissel wie aus dem Nest geworfen fuehl ich mich, aber gleichzeitig erfreut vom chaotischen Indien. Die Gefechte mit den Rickshawalas sind kuerzer und klarer, ein gutes Zeichen. Ueberhaupt scheint die Wahrnehmung geschaerft.

Udaipur in Rajasthan ist in der Tat eine romantische Perle am See. Dessen Brise den Aufenthalt ueberraschend angenehm sein laest, durchaus laenger zum Verweilen einladend, insbesondere, da mein 1,72 Euro Zimmer eine wunderschonen Gemeinschaftbalkon mit Essenens- und Getraenkeservice (Foto folgt) direkt am See beinhaltet. Sogar gutes Malai Kofta...

Einen Riesenmaharajapalast mit verschwenderichen Details in ebensolcher Pracht tronmt ueber der Stadt. Im See liegt denn auch ein Luxushotel, wo ich eigentlich mal Dinieren wollte, aber Sie haben den Preis auf 60 Euro + Getraenke + Steuern verdoppelt und DER Maharaja
verdient schon genug, die Haelfte galt schon als ueberteuert.

Entspannt erkunde ich die kleinen Gassen, lass mich von den bunten Saris am Ghat (Bade- und Waschstelle) verzaubern. Die Farben und Varationenen sind hier wirklich noch vielfaeltiger als anderswo. Die Stimmung ist ziemlich entspannt, einige Frauen waschen sich sogar barbusig, never ever seen in India so far. 

Ich "beschliesse" noch einen kleinen Umweg durch die Wueste (als ob es nicht schon heis genug waere)zu machen, aber erstmal noch ein kleiner Berg mit 1330 Meter.

Ansonsten sind jetzt auch schon die Bilder (Links) von Munnar bis Udaipur online. 

 

27.5.07 09:53


Andreas in Pune

Erst gar nicht geplant, dann 3-4 Tage, dann 4 Wochen, wie kams ?!


Gosh, how to say ?!

Poona ist ein indische Boomcity mit Spitzenuni auch diversen internationalen Unternehmen. Entsprechend ist auch die Stimmung und Mischung in der Stadt. Ich allerdings treibe mich fast ausschliesslich im gruenen Koregoan Park Viertel herum. Da ist naemlich jener beruehmte Platz, wo seit Jahrzehnten westliche (Intellektuelle) und auch nicht wenige Inder Ihr Seelenheil oder etwas anderes suchen.

Nicht nur ich, sondern viele meiner Generation sind von so vielen Menschen und Einfluessen begleitet, die persoenlich oder therapeutisch von jenem indischen Guru oder Nichtguru Osho oder frueher Bhagwan inspiriert wurden. Da ist es nur zu logisch, dass ich mir den "Armani unter den Ashrams" mal anschaue, zudem er inzwischen wohl geworden ist. Die anderen beruehmten Ashrams mit lebenden Meistern wie Sai Baba und Amma habe ich links liegen gelassen, nu wirds mal wieder Zeit...

Zum "Osho International Meditation Resort": In der Tat auesserlich eher ein Resort als ein Ashram mit nobel viel Marmor, dunkelgraue (Pyramiden)Gebaeude, vieles pikobello, Swimmigpool und Sportbereich und der Rest auch topsauber. Gleichzeitig schoen gelegen in einer Villen oder eher Palastgegend. Oekologisch haben sie hier aus schmutzigen Branchland auch einen schoenen Park gemacht. Der ist auch und gerade bei indischen Paaren sehr beliebt....

Der Armani ist mit 9 euro "eintritt" fuer Auslaender pro Tag wirklich erschwinglich. Volles Meditations- und Sportprogramm incl. Ausserdem weiss ich jetzt 100% das ich HIV negativ bin (witzig zu sehen wenn eine etwa 55jaehrige Inderin zum Test geht, etwas konstaniert schauend). Ueberhaupt fazinieren mich wieder die Inder mit und ohne Bart, die hier sind. Ganz besonders die Senioren auch westliche, wie sie allabendlich zum grossen Treffen schleichen, freudig und anmutig.

Es gibt 1070 angebotene Meditationen (taeglich Dynamische, Kundalini und Silent Siting)und 1060 ablenken. O.K. das ist um den Faktor 10 uebertrieben, jedenfalls in der Offseason gerade, da gibt es wirklich nur etwas 106 Ablenkungen und eine familiaere Stimmung, gerade richtig fuer mich...

Ich verbringe meine Tage weitgehentst weinrot, verzeihung
maroonrot oder weiss berobt (von ROBE). Das suesse Leben, was sich einige vielleicht vorstellen ist von vielen Regeln begleitet, wie in einem "richtigen" Ashram, aber letztlich ist vieles moeglich. Neben Pfauen gibts hier auch Schwaene. Das Publikum ist sehr gemischt,
alte sannyasins, junge, neugierige und interessante Persoenlichkeiten aus aller Herren Laendern, Schwerpunkt Westeuropa, auch Russland, Japan, Korea und viele Inder.

Da mich die angebotenen Kurse gerade nicht wirklich ansprechen, verbringe ich die ersten Tage hoch und runter meditierend und tanzend :-) immernoch ein bischen auf dem Absprung distanziert, denn ich will ja eigentlich in den Norden...und es ist mir nicht "still" genug.

Dann die Entscheidung, zu bleiben und zu arbeiten, hier "work as meditaion" genannt, die ich jeweils um eine Woche verlaengere. Ich lasse mich auf mich und die Umgebung voellig ein. Mit dieser Entscheidung finde ich auch jenen wunderbaren Raum (siehe 2 Eintraege vorher) und eine Menge weiterer Geschenke offerenbaren sich. Einsichten in die Geschichte der Kommune oder Bewegung, ueberraschend tief, viele beruehrende Begegnungen, weil es nun mal interessante Menschen sind, die sich hier treffen, gastronomische Erfahrungen etc. Quasi unter Laborbedingungen kann sich mensch hier ausprobieren. By the way fuehrt das Jucken in meinen Fingern dazu, dass ich hier auch wieder meiner erlernten Arbeit nachgehe :-), an so einem Ort natuerlich besonders spannend und lehrreich.

Wie umstritten(auch unter sannyasins uebrigens) bzw. vorurteilsbeladen dieser Ort ist, merke ich, als ich mich mal einige Kilometer weiter weg in roter Robe durch die Gegend bewege, Blicke von belustigt bis ziemlich abschaetzig, die ich so in Indien noch nicht erlebt habe. Auf der anderen Seite aber auch immer mal ein Leuchten in den Augen. Nach drei Wochen bemerke ich zum ersten Mal, das ich im Resort Inder schwimmend (!) in westlicher Badekleidung sehe, so normal ist das hier.

Was bleibt besonders, neben den Begegnungen, ein paar richtge Freunde, die Erfahrung, wie sehr mein Kopf zuweilen doch der wirklichen Erfahrung der Gegenwart im Wege steht und wie es ist wirklich da zu sein, Aeonen von Traenen oder Traenen von Aeonen und was der Meister mit "be it totally" meinte. Ein Ort an dem die Stille fuer mich zuweilen etwas versteckt scheint, dafuer aber umso staerker wahrnehmbar. Meister und Ort spielen mit Missverstaendnissen, von daher fuer jeden eine gute Gelegenheit herauszukriegen, was wichtig ist... Einige bleiben laenger, andere wollen nie mehr wieder kommen.

Was gabs sonst noch: nach Bombay hatte ich einen Verdauungs"rueckfall" bzw. war immer noch gehandicapt und hatte die Faxen dicke: Die Antibiotika haette ich auch so nehmen koennen. Aber fuer 1,20 Euro wollte ich doch mal einen Arzt konsulitieren. Der hat mir denn auch noch ein passendes Medikament nebst Darmaufbautabletten etc. pp., verschrieben (kriegt man auch alles ohne rezept) alles ohne Nachfrage (wieviele deutsche Doctores machen das ?!). Hab sogar ein Mittel bekommen, was sonst nur Babies als Unterstuetzung bekommen. *gg Nebenbei die Flure des Hospitals blitzten fast so wie im pyramidenfoermigen Oshoauditorium, wo immer fleissig meditiert wird. Denn so richtig nichts tun geht in diesem Resort auch nicht....

Soweit in der Kuerze eines Blogs, hoffe das war noch lesbar... 

 

25.5.07 10:05


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